Hoffnung ist nicht das Warten auf körperliche Genesung, sondern die Gewissheit, auf mein Leben und Erleben Einfluss nehmen zu können.

Ausgangspunkt bösartigen Wachstums ist immer die kleinste Organisationseinheit des Lebens - die Zelle. Alle Organe des menschlichen Körpers bestehen aus Zellen mit bestimmten Funktionen und Aufgaben. Haben die Zellen ein bestimmtes Alter erreicht, sterben sie ab und werden durch neue ersetzt. Gerät aus irgendeinem Grunde die Zellneubildung außer Kontrolle, kommt es zu einer unnatürlichen Gewebsvermehrung - einem Tumor. Als Ursache solchen Kontrollverlustes diskutiert werden in der Medizin derzeit am ehesten Brüche in den genetischen Informationen der DNS und Genumlagerungen im Zellkern.
Zur Unterscheidung zwischen bösartigen und gutartigen Tumoren ist eine feingewebliche Untersuchung durch den Pathologen notwendig. Deshalb steht am Anfang einer Diagnose immer eine Operation, die auch der Diagnosesicherung dient.
Aus weiteren Untersuchungen wie Röntgen, CT, MRT und Labor ergibt sich dann das Tumorstadium, das in der sog. TNM Klassifikation beschrieben wird.
Ist die Diagnose dann erst einmal gestellt, stützt sich die derzeitige etablierte Therapie auf drei wesentliche Therapiestrategien, die laienhaft und sehr markant - Stahl, Strahl und Spritze genannt werden - gemeint sind Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie.
Chemotherapie dient der Vorbeugung einer Wiedererkrankung nach erfolgreicher Operation einer Krebsgeschwulst ( sog. adjuvante Therapie ) oder der Behandlung in einem metastasierten Krankheitsstadium.
Zytostatika oder Chemotherapeutika sind Zellgifte, deren Wirkung im Prinzip darauf beruht, dass sie in unterschiedlicher Art Zellbildung und Zellteilung blockieren. Voraussetzung für die Wirkung ist, dass sich die Zellen in einem natürlichen Teilungsstadium befinden - ruhende Zellen werden durch die Therapie nicht beeinträchtigt. Deshalb muss eine Chemotherapie auch häufiger durchgeführt und in bestimmten Zeitintervallen wiederholt werden. Die Verabreichung erfolgt in Form von Tabletten, meist aber als Infusion oder Injektion in eine Vene (Ader).
Als Zytostatika zur Verfügung stehen heutzutage zahlreiche Substanzen, die je nach Tumorart und individueller Patientensituation einzeln oder in Kombination zur Anwendung kommen. Haarausfall und Übelkeit müssen dabei nicht mehr sein.

Und es gibt moderne Substanzen, die als sogenannte "targeted therapies" bezeichnet werden und ein ganz neues Feld von Behandlungsmöglichkeiten auftun.
Die allermeisten Therapieprotokolle sehr gut ambulant durchführbar.

Viele Patienten interessieren sich auch für sog. komplementärmedizinische Behandlungskonzepte. Dazu zählen in erster Linie Substanzen, die das Immunsystem stärken wie Mistel - und Thymus- oder Organpräparate , außerdem Vitamine und Spurenelemente , hoch dosiertes Vitamin C und viele andere. Es gibt keine naturwissenschaftlich etablierten und vor allem anerkannten Studien, die den Nutzen solcher Behandlungen auf das Tumorwachstum belegen. Viele Patienten berichten jedoch einen deutlichen und positiven Einfluss auf das Allgemeinbefinden und eine Verbesserung der Lebensqualität. In jedem Fall tragen diese Substanzen zu einer besseren Verträglichkeit von Chemotherapie und Strahlentherapie bei.
Auch Hyperthermie, sei es als Ganzkörper - oder Fiebertherapie, sei es als lokale Hyperthermie ist eine sehr sinnvolle Ergänzung der Behandlung.
Nicht zu unterschätzen und für mich wichtig im Therapiekonzept einer Krebserkrankung ist in meinen Augen eine seelische Begleitung - sei es als psychotherapeutische Einzeltherapie, in Selbsthilfegruppen oder auf andere Art und Weise. Das Erlernen von individuell passenden und anwendbaren Bewältigungsstrategien und das Praktizieren von Dingen, die die gesunden Anteile des Patienten fordern und fördern, werden fast ausnahmslos als bereichernd und belebend empfunden.